Werkrealschule
Hausach im Nationalsozialismus
Projektfortführung der Klasse 10a im Schuljahr 2010/2011
Der 21. Februar 2011 wird für die Schülerinnen und Schüler der 10a wohl zum außergewöhnlichsten Datum ihrer Schulzeit. Der Aufforderung vom 21. Januar 2011, die Ehrenbürgerschaft Hitlers symbolisch zu annullieren, kam der Gemeinderat der Stadt Hausach durch seinen einstimmigen Beschluss nach (Pressebericht).
Mit großem Engagement, Beharrlichkeit, enormen zeitlichen Aufwand und zahllosen Telefonaten, Briefen und Mails haben die 15 Mädchen und Jungs ein Ziel erreicht, das sie selbst kaum fassen konnten. Dabei gab esin der Öffentlichkeit nicht nur Beifall, manche Attacke musste weggesteckt werden. Völlig überrascht war man von dem Medieninteresse, den Fernsehberichten in SWR 3 und Baden-Online, der Berichterstattung im Hörfunk SWR 1 und SWR 4 und der lokalen und regionalen Presse. Eigentlich ging es nur um eine Aufarbeitung der Hausacher Geschichte. Aber wahrscheinlich hat ein treuer Mutmacher aus Konstanz recht:
„Seid vorsichtig mit aller Nachforschung, denn diese Geister, die damals das furchtbare Unrecht über uns gebracht haben, sind immer noch lebendig und aktiv, wenn auch die letzte Täter-Generation nicht mehr lebt.“
Die Klasse hat nun eine aktualisierte Ehrenbürgerliste erstellt.
Hinsichtlich der Rückbenennung der Wilhelm-Zangen-Straße in Rosenstraße warten die 10er gespannt auf eine Entscheidung.
Bereits am 17. Februar hatte die Klasse die Anwohner und Firmen zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen. Eine äußerst spannende Veranstaltung! (Lesen Sie hier die Berichte im Offenburger Tagblatt und Schwarzwälder Boten).
Zwischenzeitlich ist auch die Stadt Hausach mit den Firmen im Gespräch. Ob eine Entscheidung fällt, bevor die Schülerinnen und Schüler entlassen werden, ist eher unwahrscheinlich.
Während unseres Projekts, dessen öffentliche Resonanz uns sehr ermutigte, haben wir einen Brief an den Bundespräsidenten Christian Wulff verfasst. Darin wird die folgende Frage aufgeworfen: Würde die Bundesrepublik Deutschland mit dem Wissen von heute dem industriellen Kriegsverbrecher (US-Senat) Wilhelm Zangen den großen Verdienstorden mit Stern verleihen?
Voller Spannung warten wir auf eine Antwort des Bundespräsidialamtes.
Am Montag, den 24. Januar 2011, präsentierte die Klasse 10a der Graf-Heinrich Schule ihr Projekt zum Thema "Hausach im Nationalsozialismus" in der gut besuchten öffentlichen Gemeinderatssitzung in Hausach. Neben lokalen Pressevertretern war zudem ein Fernsehteam des SWR anwesend. Lesen Sie hier den Bericht der Mittelbadischen Presse. Einen Fernsehbeitrag hierzu können Sie unter dem folgenden Link ansehen.
http://www.baden-online.de/mibatv/mediacenter_big.php?movie_id=1330
Auch hat die Klasse begründet, weshalb sie die Wilhelm-Zangen-Straße wieder in Rosenstraße umbenannt haben möchte. Wilhelm Zangen war im 3. Reich ein wichtiger Rüstungsfachmann und wurde nach dem Krieg von den USA als Kriegsverbrecher eingestuft.
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Im städt. Archiv hat uns Hr. Spinner Dokumente aus der Zeit von 1933 - 45 gezeigt. Es war viel Überraschendes dabei!
Projekt der Klasse 9a im Schuljahr 2009/2010
In der 9. Klassen haben wir uns umfangreich über diese Zeit informiert. - Besuch der Ausstellung „Als der Krieg in unser Dorf kam“ (Vogtsbauernhof) - Luftangriffe auf Hausach und das Schicksal eines abgeschossenen amerikanischen Bomberpiloten - Bericht eines Flakhelfers und dessen Gefangenschaft in Frankreich - Besuch des KZ Dachau (hier starb das erste zivile Hausacher Opfer) - Gang zu den Hausacher Stolpersteinen und die Biographien der Opfer |
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Gang zu den Stolpersteinen in Hausach |
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Schüler im Gespräch mit Zeitzeugen |
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Ausschlaggebend dieses Thema der Öffentlichkeit in einer Präsentation vorzustellen, waren die privaten Unterlagen eines Mitschülers, dessen Urgroßvater Ratschreiber im heutigen Ortsteil Einbach war. Um seine fünfköpfige Familie zu ernähren, trat er der Partei bei. Des Öfteren stand er in der Gefahr, sein Amt zu verlieren, zumal er kurz vor Kriegsende einen holländischen Zwangsarbeiter der Firma Mannesmann im Rathaus versteckte.
Dennoch kam der Denazifizierungsausschuss zum folgendem Ergebnis: „Fristlose Entlassung ohne Pension“
Erst eine große Zahl eidesstattlicher Erklärungen von Einbacher Bürgern und des Hausacher Stadtpfarrers Würth führten zu einer Rücknahme der Entscheidung durch den damaligen Landrat Hess.
Themen der Präsentation: 1. Machtergreifung und Schutzhaft von Hausacher Bürgern 2. Hausach 1933 – 45; Aus dem Zeitungsarchiv des Offenburger Tageblattes 3. Aus dem Schularchiv 4. Stolpersteine in Hausach (Eugen Decker, Pfarrer König, Oskar Lehmann) 5. Euthanasie – Eugen Decker ein Hausacher Opfer 6. Zwangsarbeiter in Hausach (mit bisher unveröffentlichten Bildern) 7. Heinrich Vetterer : Täter – Held - Opfer 8. Adolf Hitler – Ehrenbürger? 9. 1955 Namensänderung: Rosenstraße à Wilhelm-Zangen-Straße, warum? |
Lesen Sie hier die Meinungen der Besucher zu unserer Präsentation.
Die heutige 10a, in der noch elf Schülerinnen und Schüler der 9a sind, ist in Kontakt mit der Stadt Hausach. Die Schwerpunkte (Themen 7 – 9) sind im beigefügten Brief dargelegt.
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Der österreichische Schriftsteller Christoph W. Bauer, der selbst über die Nazi-Zeit in Österreich recherchiert hat und darüber ein Buch schrieb, hat uns bei seinem Besuch zum Weitermachen motiviert:
„Haltet die Erinnerung wach!“
Raphael Becherer
Klassensprecher 10a
Schulsprecher

